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21.04.11

Ein dicker Brocken unterwegs am Gotthard

lammli.thumbnail Ein dicker Brocken unterwegs am GotthardBruno Lämmli, der seit 1991 als Lokführer bei SBB Cargo die Gotthard-Bahnstrecke durch die Alpen beinahe täglich befährt und unter http://www.lokifahrer.ch eine vielgelesene Webseite betreibt, hat mit seinen Erlebnissen bereits 2007 zum erfolgreichen Start des Cargo-Blogs beigetragen. Jetzt schreibt er wieder mehrere Gastbeiträge. Hier ist der Erste:

Als ich in den Medien las, dass die Strassentransporteure forderten, dass auf der Gotthardstrecke der 4-Meter-Korridor eingeführt werde, staunte ich nicht schlecht. In der rollenden Landstrasse von Lugano nach Basel konnte ich immer wieder hohe Lastwagen beobachten und so viel ich wusste, waren das beinahe 4 Meter. Klar, das ist nichts gegen den Transport, über den ich Sie nun informieren will.

In der Presse und im TV wurde sogar darüber berichtet, so speziell war der Transport. Ein Schwertransport sollte die Gotthardstrecke befahren. Darunter stellte ich mir viele LKW, mit einem speziellen Fahrzeug dazwischen vor. Solche Gefährte zwängen sich ja immer wieder durch die Strassen der Dörfer. Nur diesmal sollte ein solcher Schwertransport auf der Bahn erfolgen.

Beim Nachlesen erfuhr ich dann, dass ein mehrere hundert Tonnen schwerer Transformator durch den Gotthard gezwängt werden soll. Jetzt war klar, ein Transformator, nur schwer..? Bei Zügen, die weit über 1000 Tonnen schwer sein können, ist so ein Transport sogar noch leicht. Vielmehr würden die Abmessungen vermutlich zum Problem werden. Alles passt ja nicht durch die Tunnel, wie wir seit der Forderung der Verlader wissen.

Fachchinesisch bezeichnen wir das als Lademassüberschreitung. Eisenbahnen besitzen eine Umgrenzung. Die es ermöglicht Signale und Bahnsteige zu bauen. Dort passen Züge, die diese Umgrenzung nicht verletzen durch. Nur der Transformator tat das nicht. So dass daraus eine Lü-Sendung wurde.

Das führt dazu, dass der Transformator, der mit einem speziellen Wagen transportiert wurde, nicht überall ohne Probleme durch gehen würde. Diesellokomotiven sollten für ausreichend Zugkraft bei der ausgeschalteten Fahrleitung sorgen. Gefahren wurde dann, wenn es keine anderen Züge gibt. Klar, das waren die Nächte Sonntag/Montag, denn dann ruht auch am Gotthard der Güterverkehr.

So ging der Transport über den Gotthard. Die Ladung konnte seitlich verschoben werden. Bis zu 40 Zentimeter seitliche Verschiebung, damit dieser Transformator durch die Tunnel passte. Wie auf der Strasse, kann auch dann die Eisenbahn nicht schnell fahren. Die Arbeiten für das Personal waren sicher schwer, mussten doch alle Beteiligten harmonisch zusammenarbeiten.

Das Ziel war Lavorgo. Dort sollte der Transformator entladen werden. Ein Sondertransport, der noch dreimal wiederholt werden sollte. Immer mehr kannten die Leute so die Ecken, die kritisch sind. Nur, einfach drauflos ging natürlich nicht, denn jede Fahrt musste genau kontrolliert werden. So erreichte aber auch der letzte Transformator, Lavorgo und so sein Ziel, ganz.

Zum Schluss noch eine Verspätungsmeldung. Der Transport erfolgte mit wochenlanger Verspätung. Nicht, weil der Gotthard nicht bereit war, sondern einfach, weil die Schiffe nicht nach Basel fahren konnten. Blockierter Rhein und Eis auf dem Wasser behinderten das, was auf der Bahn pünktlich erledigt wurde. Den sicheren Transport einer ungewöhnlichen Last.

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04.03.11

Lokifahrer Lämmli

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01.07.07

Eine kleine Schlussbilanz

Das Cargo-Blog, sponsored bei SBB Cargo, war als Eventblog zur „transport logistic 2007“ im Juni 2007 in München geplant. Deshalb ist dies vorerst auch der letzte Beitrag hier. Wir wollen ihn zu einer vorläufigen Schlussbilanz nutzen.cargo blog taxi Eine kleine Schlussbilanz

Zu allererst: Das Cargo-Blog hat allen Beteiligten – den beiden „Chefbloggern“ Annette Jordan und Nicolas Perrin, dem Lokifahrer Bruno Lämmli und den Journalisten, Fotografen und Grafikern – eine Menge Spaß gemacht. Allerdings, und das ist auch deutlich geworden, kostet das Bloggen ziemlich viel Zeit. Wenn man als Lokführer im Schichtbetrieb unterwegs oder als Manager jeden Tag mit Terminen überhäuft ist, braucht man deshalb schon eine gute Organisation.

Das Experiment „Cargo-Blog“ war aus unserer Sicht ein Erfolg. Mit durchschnittlich mehreren hundert Besucherinnen und Besuchern am Tag (865 war dabei der Spitzenwert) gehörte unser Blog von Anfang an zu den weniger als fünf Prozent deutschsprachigen Weblogs mit täglich 100 und mehr Besuchern. Dazu haben neben der Empfehlung und Verlinkung durch andere Blogs (dafür vielen Dank!) auch die Pressearbeit und Werbemaßnahmen auf der Messe beigetragen.

Von etlichen Kunden, SBB Cargo-Mitarbeitern und Partnern haben wir eine sehr positive Resonanz bekommen. Das Blog war für viele, die nicht in München dabei waren, eine wichtige Informationsquelle zum Messeverlauf. Es ist uns gelungen, über alle wichtigen Veranstaltungen zum Thema „Schienengüterverkehr“ auf der diesjährigen transport logistic zu berichten. Insgesamt sind während der letzten Tage knapp 100 Postings erschienen.

Lobende Worte bekamen wir auch von Journalisten zu hören, zumal die Messe München in ihrem virtuellen Pressezentrum auf das Cargo-Blog verlinkt hat. Die Zahl der Kommentare liegt bis heute bei rund 60 – ein Ergebnis, dass sich ebenfalls sehen lassen kann.

Die Schweizer Güterbahn hat mit dem Sponsoring eines Weblogs Neuland betreten und eine Vorreiterrolle übernommen. Wie geht es nun weiter? Das Cargo-Blog wird in seiner jetzigen Form weiter im Netz zu finden sein, auch die Kommentarfunktion bleibt aktiviert. Und vielleicht werden wir es beim nächsten großen Logistikevent, an dem SBB Cargo teilnimmt, wieder fortsetzen.

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15.06.07

Chiasso zum Abschluss

Dies ist schon mein letzter Bericht in diesem Blog. Ich hoffe, dass Ihnen meine Beiträge gefallen haben und ich Ihre Faszination zum Thema Gotthardbahn wecken konnte. Weitere Einblicke gebe ich Ihnen auch in Zukunft auf meiner Homepage. Wer weiß, vielleicht genießen Sie die Fahrt über den Gotthard mal im Zug, statt gestresst mit dem Auto. Es könnte sein, dass ich oder einer meiner Kollegen Ihr ganz privater und persönlicher Chauffeur sein werde. Gerne begrüßen wir Sie auch im Depot und in der Gemeinde Erstfeld, ich versichere Ihnen, ein Besuch lohnt sich.

Vielleicht fällt Ihnen beim Nachtessen ein, dass ein Lokführer wie ich vielleicht dafür gesorgt hat, dass ein Teil Ihres Essens überhaupt erhältlich ist. Jedoch eines dürfen Sie dabei nicht vergessen, während Sie am Freitagabend mit Freunden zu Abend essen, sind die Lokführer noch an der Arbeit, damit Sie am Morgen frische Tomaten aus Italien kaufen können.

kombin verkehr Chiasso zum AbschlussIn den vergangenen Tagen haben Sie einen kleinen Einblick in den Berufsalltag der Lokführer erhalten. Der sich durch die Tatsache, dass auch eine gleich geplante Leistung nicht immer gleich sein muss, auszeichnet. Viel Abwechslung bietet er und die transportierten Güter sind so unterschiedlich, dass man kaum alles aufzählen kann, was transportiert wird. Bei einem so vielseitigen Beruf reicht der hier zur Verfügung stehende Platz nicht aus, um einen detaillierten Einblick zu bieten.

Noch weiß ich nicht, wie schwer mein heute zugeteilter Zug sein wird und welche Lasten er führt. Ebenso wenig ist mir bekannt, ob er mit einer oder zwei Lokomotiven bespannt ist. Denn grundsätzlich ist und bleibt es eine Lokomotive mit einem Lokführer. Mit Hilfe eines Kabels wird aus zwei einzelnen Lokomotiven einfach eine einzige große Maschine gemacht. Somit spielt es für mich keine Rolle, ob der Zug mit einer oder gar mit mehreren Lokomotiven bespannt ist.

Ich entschwinde Ihnen mit einem Güterzug, der sich langsam aus dem Bahnhof Erstfeld schlängelt. Anschließend nimmt er die Steigungen des Gotthards in Angriff und bald ist er um die erste Kurve gebogen und Sie sehen nichts mehr vom Zug, der nun weg ist.

Warten Sie! Ich tauche damit in der Ferne gleich nochmals kurz auf, doch dann bin ich endgültig aus Ihren Augen entschwunden und fahre an den südlichsten Punkt des schweizerischen Schienennetzes, den Bahnhof von Chiasso. In diesem Sinne

Arrivederci, bouna fortuna

Ihr Lokifahrer Bruno Lämmli

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14.06.07

Es war soweit

Ich ahne es, Sie alle haben diesmal nur eine Frage. Sah er heute den Rhein und Basel? Wird nun aus dem Gotthard-Lokführer ein solcher, wie alle anderen auf der Welt auch? Ich kann Sie beruhigen, er hat heute tatsächlich den Rhein und Basel gesehen. Diesmal sogar fast mit dem normalen geplanten Programm.

lok verlasst bf Es war soweitAls ich diesmal zur Arbeit ging, war mir noch nicht klar, dass mein eingeplanter Zug erneut nicht verkehrte, dafür aber ein anderer Zug genau zu mir passte. Nachdem ich mich bei der Leitstelle angemeldet hatte, wusste ich, dass ich einen Zug nach Basel führen muss, der über 5 Stunden verspätet verkehrte. Warum er dann so spät war, weiss ich nicht, jedoch geht ein Teil auf eine Bremsstörung im Tessin zurück.

Als der Zug in Erstfeld eintraf, ging die Reise nach Norden für mich los. Durch die ländlichen Gegenden meiner ursprünglichen Heimat fuhr ich die Lok mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h in Richtung Rhein und Basel. Doch bevor es soweit war, standen noch die Steigungen des Juras an. Diese sind zwar nicht mit jenen des Gotthards zu vergleichen, benötigen jedoch auch starke Lokomotiven. Meine beiden Loks mussten darum stärker arbeiten. In Stein-Säckingen war es soweit, der Rhein kam ins Gesichtsfeld. Nur, seine Farbe weiss ich nicht, denn meine Konzentration galt der Strecke und den Signalen. Den Fluss sieht man da eher unbewusst nur als Umgebung.

Basel, das Tor zur grossen weiten Welt für die Schweiz, habe ich dann auch ohne Probleme erreicht. Die Last fuhr später über den „eisernen Rhein“ nach Norden. Die Loks stellte ich in den ausgedehnten Gleisanlagen ab und ging zur verdienten Pause. Danach waren es dann zwar andere Loks. Jedoch war der Typ identisch, so dass ich mich nicht umstellen musste. Zumindest die Bedienung blieb gleich, der Rest sollte sich jedoch ändern.

Ein neuer Zug wurde am Haken der Lok angehängt, er konnte erst noch 120 km/h fahren und war so einer der schnelleren Güterzüge. Die Last der Wagen belief sich auf 1263 Tonnen, dazu noch die beiden Loks, ergeben 1463 Tonnen, die mit bis zu 120 km/h durch die Schweiz fahren. Der Zug, der aus den Niederlanden kam, wählte für seine Fahrt nach Basel einen anderen Weg, so dass er letztlich von der SNCF nach Basel gebracht wurde. Erst jetzt übernahm SBB Cargo den Zug, um ihn nach Chiasso zu bringen. Morgen werde ich dann in meinem Bericht diesem Zug folgen.

Ihr Lokifahrer Bruno Lämmli

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