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22.03.11

Schwertransport durch den Gotthardtunnel

Ein Transport der Superlative ist letzte Woche durch den Gotthard-Eisenbahntunnel gerollt: Eine Zugkomposition mit 120 Metern Länge transportierte einen 180 Tonnen schweren Transformator von Erstfeld im Kanton Uri zur Alpiq-Schaltanlage nach Lavorgo im Kanton Tessin. Das ist der grösste Schwertransport, der den Tunnel je passiert hat.

In der Alpiq-Schaltanlage in Lavorgo werden in diesem Jahr alte durch neue Transformatoren ersetzt. Die letzte von vier jeweils 186 Tonnen schweren Lieferungen erreichte ihr Ziel am Morgen des 14. März 2011. Damit ist die letzte Etappe des Transportes vom Siemens-Werk im österreichischen Weiz erfolgreich bewältigt. Sie war sicherlich die anspruchsvollste, denn die letzten rund 65 Kilometer von Erstfeld bis ins Unterwerk Lavorgo per Bahn und Tieflader waren Millimeterarbeit und erforderten höchste Konzentration. Der Transport war am 22. Dezember 2010 in Österreich gestartet und gelangte von dort über den Donauhafen in Linz auf dem Wasserweg nach Birsfelden und weiter per Bahn nach Lavorgo. Im August 2011 soll die Transformatorengruppe in Betrieb gehen.

Die ganze Nacht hindurch hatten Mitarbeiter der SBB Cargo und des Schwertransportspezialisten Felbermayr Massarbeit geleistet. Mit geringer Geschwindigkeit schob sich die 120 Meter lange Zugkomposition durch viele Kurven und Anstiege durch und über die Alpen. In ihrer Mitte der Transformator auf einem 20-achsigen, so genannten Tragschnabelwagen mit einem Gesamtgewicht von 326 Tonnen. Es war der grösste und schwerste Transport, der jemals durch den Gotthardtunnel gerollt ist. Wegen des hohen Gewichts konnten die Transporte nicht auf der Strasse erfolgen, sondern nur mittels Spezialwagen der Firma Felbermayr. Aufgrund der Ausmasse und des Gewichts der Transformatoren musste die ganze Strecke, insbesondere die vielen Tunnel am Gotthard sowie die Statik der Eisenbahnbrücken, genauestens geprüft und ausgemessen werden. Da sich zwischen Erstfeld und Lavorgo während des Transportes aus Sicherheitsgründen keine Güterzüge begegnen durften, fand der Transport auf dieser Strecke in der Nacht statt. Die Transportplanungen dauerten mehr als zwei Jahre.

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