14.05.09

“Wir spüren den Druck der Strasse”

Die gegenwärtige Wirtschaftskrise hat zu erheblichen Überkapazitäten am Transportmarkt geführt. Die Folge: Die Frachtraten sind zum Teil kräftig gesunken, und zwar für alle Verkehrsträger. Auf der Veranstaltung “Leistung ohne Wert: Ist der Gütertransport zu billig?” heute nachmittag wurde diskutiert, wohin diese Entwicklung führen wird. Edmund Prokschi, Leiter Marketing & Sales - International bei SBB Cargo, hielt dort die Fahne der Güterbahnen hoch und stellte fest: “Auch wir spüren den Druck der Straße auf unsere Preise“.
Doch zuvor belegte Michael Cordes, Redakteur der VerkehrsRundschau, anhand des vierteljährlichen Transportpreisindex der Zeitschrift, wie dramatisch sich die Lage entwickelt. Danach sind die Transportpreise im Strassengüterverkehr in Deutschland im ersten Quartal 2009 um 2,54 % gegenüber dem letzten Quartal 2008 gefallen. Cordes: “Das klingt zwar nicht sehr viel, aber bei gleichbleibender Entwicklung wären das 10 Prozent in diesem Jahr.” Sein Fazit: “Die Frachtpreise sind inzwischen im Keller”.

Wie sie dort wieder herauskommen, das ist die große Frage. Hermann Grewer, Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), hofft auf den bevorstehenden Konsolidierungsprozess und eine natürliche Marktbereinigung, um die Überkapazitäten abzubauen. “Qualität und Zuverlässigkeit werden ihren Wert wieder zurückerhalten“, zeigte er sich zuversichtlich. Die Güterbahn - so Edmund Prokschi - ist durch ihre fixen Kosten einem besonders hohen Preis- und Margendruck ausgesetzt. Ein weiterer Verfall der Preise sei auch nicht im Interesse der Kunden und gefährde das aus klimapolitischen Gründen wichtige Ziel einer Verlagerung der Güterbeförderung von der Straße auf die Schiene. Da heute in einer Transportkette bis zu sieben Teilnehmer - von der Reederei, über Kombi-Operateure bis zu LKW-Spediteuren im Nachlauf der Güterzüge - beteiligt seien, müsse man hier bei einer Optimierung ansetzen.

Prokschi: “Wir brauchen mehr Synergien in der gesamten Logistikkette“. Die dadurch mögliche Effizienzsteigerung bringe allen Beteiligten Vorteile und ermögliche eine Win-Win-Situation. “Wir spüren, dass die Kunden heute angesichts der Herausforderungen durch die Krise flexibler werden und stärker über gemeinsame Lösungen nachdenken”, so der Leiter Marketing & Sales - International bei SBB Cargo.

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