06.04.09

Emissionreporting mit EcoTransIT: Grüne Logistik ist machbar

Transport- und Logistikdienstleister müssen sich künftig verstärkt darauf einstellen, exakte Auskunft über ihre CO2-Emissionen geben zu können. Denn immer mehr Verlader verlangen ein Reporting, um die Emissionen entlang der Lieferkette zu bestimmen. Dies war zumindest Tenor einer Veranstaltung des Bundesverbands Materialwirtschaft Einkauf und Logistik zum Thema “Grüne Logistik” diese Woche in Frankfurt am Main.

Erklärtes Ziel ist es, mit Hilfe des Reportings die Logistiknetze in Bezug auf die Transportkosten und die CO2-Bilanz zu optimieren. Die Verlader brauchen die Angaben zu den Emissionen der Verkehrsträger, um die effektivsten Maßnahmen zur Senkung zu finden. In diesem Zusammenhang - so Experten auf der Veranstaltung - gibt es allerdings noch viele Unklarheiten.

Gemessene CO2-Emissionen in der Logistik sind kaum vergleichbar“, bemängelte z.B. Birgit Heftrich, verantwortlich für Supply Chain und Beschaffung bei der Siemens AG in Erlangen. In ihrem Unternehmen versuche man daher, stufenweise vorzugehen und so den Aufwand der Datenermittlung in ökonomisch vertretbaren Grenzen zu halten. “Mit Lieferanten und Dienstleistern erarbeiten wir im Dialog ein geeignetes CO2-Reporting“, sagte Birgit Heftrich, “das Thema soll Eingang finden in unsere Lieferantenqualifizierung.

Würde der Siemens-Konzern seine Transporte mit der Schweizer Güterbahn SBB Cargo abwickeln, könnte ihm schnell geholfen werden. Denn seit diesem Frühjahr erhalten alle Kunden des Bahnlogistikers auf Wunsch ein aggregiertes Emissionsreporting über alle ihre mit SBB Cargo abgewickelten Transporte. Diese Daten lassen sich leicht in die eigenen betrieblichen Umweltmanagementsysteme integrieren oder in Öko-Berichten ausweisen.

Errechnet wird es mit dem Online-Tool EcoTransIT, dass von der Schweizer Güterbahn zusammen mit anderen europäischen Bahnen, der Universität Hannover und dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg sowie in Kooperation mit dem internationalen Eisenbahnverband entwickelt wurde.

ecotransit

Das einfach zu bedienende Online-Tool ermittelt die Umweltauswirkungen von Gütertransporten innerhalb von Europa verkehrsträgerübergreifend, indem es den Energieverbrauch und den Schadstoffausstoß von Transporten mit Bahn, Lkw, Schiff und Flugzeug vergleicht und so den Nutzern bei der Optimierung der eigenen Energiebilanz hilft. Dem Anwender werden dabei Informationen zu jeder individuellen Route für das entsprechende Transportgut und dessen Menge geliefert.

Dabei berücksichtigt die Software alle relevanten umweltbezogenen Parameter jedes Transportprozesses, wie z.B. Streckencharakteristik und -länge, Auslastungsgrad, Fahrzeuggröße und Antriebsart in der Berechnung. Neben den direkten Emissionen beispielsweise aus dem Auspuff des LKWs werden in EcoTransIT auch alle vorgelagerten Emissionen aus der Treibstoff- oder Stromerzeugung in die Simulation einbezogen.

Verlader, die auf ein genaues Emissionsreporting Wert legen, sind also bei der Schweizer Güterbahn bestens aufgehoben.

Ein Kommentar

1. MG schrieb am 20. Mai 2009 um 2:20

Hallo,

ich habe den EcoTransIT ausprobiert und bin beim Kombinierten Verkehr auf Ergebnisse gekommen, die mir etwas seltsam erscheinen.
Ich habe einen Transport von Ludwigshafen nach Busto (Italien) eingegeben und erhalte für den LKW, den gleichen Schadstoffausstoß, wie für den Kombinierten Verkehr. Sind diese Werte korrekt?
Sowohl in Ludwigshafen, als auch in Busto sind Umschlagterminals, was heißt, dass die LKW-Vor- und Nachläufe fast zu vernachlässigen sind. Dennoch komme ich auf einen deutlich höheren Ausstoß, als beim Zug…

Für eine kurze Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. Möglicherweise habe ich ja etwas übersehen.
Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
MG

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